In meiner philosophischen Arbeit setze ich mich mit den gegenwärtigen Herausforderungen pluralistischer Gesellschaften auseinander. Insbesondere interessieren mich dabei Fragen nach gelingendem (Zusammen-)Leben, demokratischer Lebensform und ökologischem Handeln: Wie können wir populistischen und fundamentalistischen Bewegungen begegnen? Was heißt es, angemessen auf die Klimakrise zu reagieren? Diese Themenkomplexe berühren Fragestellungen aus der politischen Philosophie, ebenso wie der Religions- und Umweltphilosophie.

Nach meinem Studium der Philosophie, katholischen Theologie und allgemeinen Sprachwissenschaft in Münster, das ich 2008 mit dem Magistergrad abschloss, war ich zunächst am dortigen Exzellenzcluster „Politik und Religion“ beschäftigt. 2009 wechselte ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin ans Institut für Theologie und Sozialethik der TU Darmstadt. 2014 schließlich wurde ich am Fachbereich Philosophie der Goethe-Universität Frankfurt mit einer Arbeit über die Implikationen der Religionsphilosophie von William James promoviert, die zu großen Teilen am DFG-Graduiertenkolleg „Theologie als Wissenschaft“ entstanden ist. Im Anschluss war ich bis 2020 wissenschaftliche Assistentin am Forschungsinstitut für Philosophie Hannover. In dieser Zeit war ich auch Mitherausgeberin der Zeitschrift „weiter denken. Journal für Philosophie“. Seit Oktober 2021 bin ich wissenschaftliche Mitarbeiterin am DFG-Projekt „Politics in Search of Evidence. The role of Political Philosophy and Public Health in the political responses to COVID-19“ am Lehrstuhl für Praktische Philosophie der Hochschule für Philosophie München. Zudem lehre ich seit 2008 an verschiedenen deutschen Universitäten, seit 2015 bin ich Lehrbeauftragte am Institut für Philosophie der Universität Hildesheim.

Darüber hinaus bin ich im Executive Board des German Pragmatism Network tätig, das ich 2017 gemeinsam mit anderen Forschenden gegründet habe. Ziel des Netzwerks ist es, die pragmatismusbezogenen Aktivitäten im deutschsprachigen Raum sowohl sichtbarer zu machen als auch Austausch und Zusammenarbeit zu fördern. Meiner Beschäftigung mit dem philosophischen Pragmatismus verdanke ich zum einen die Fokussierung auf problemorientierte Forschung, zum anderen prägt sie mein Verständnis von Philosophie als erfahrungsbezogener Reflexions- und Orientierungspraxis. Als solche braucht sie eine tiefe Verbindung mit dem menschlichen (Alltags-)Leben und seinen Fragen. Diese Überzeugung schlägt sich auch in meinem Selbstverständnis als Philosophin und meinem Engagement auf dem Gebiet der philosophischen Praxis nieder.

Mein aktuelles Projekt „Ökologischer Meliorismus. Das Anthropozän als kulturelle Herausforderung“ versteht sich als Beitrag zu den Environmental Humanities. Die ökologische Krise, mit der wir uns global konfrontiert sehen, wird in der Forschung zunehmend auch als eine Krise der Kultur begriffen. Nicht zuletzt der anthropogene Klimawandel stellt den nicht-nachhaltigen, auf Wachstum beruhenden Lebensstil, der sich seit Mitte des 20. Jahrhunderts etabliert hat und als Erfolgsmodell gilt, massiv in Frage. Es scheint dabei nicht einem Mangel an Wissen und Information geschuldet, dass die politischen, ökonomischen und sozialen Transformationen, die dringend notwendig sind, nicht in die Wege geleitet werden. Das Projekt zielt darauf, eine neue Perspektive in die umweltphilosophische Debatte einzubringen und die strukturellen und motivationalen Hindernisse für die anzugehenden Transformationsprozesse klarer als bisher zu identifizieren und zu analysieren.